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Frühförderung bei Autismus-Spektrum-Störung

Frühförderung bei Autismus-Spektrum-Störung

Etwa 1% aller Menschen weltweit sind von einer Autismus-Spektrum-Störungen betroffen. Das Leben mit Autismus-Spektrum-Störung stellt betroffene Kinder, ihre Angehörigen und begleitende Personen täglich vor neue Herausforderungen. Häufig stellt bereits der Alltag besondere Anforderungen an die Familien und die beteiligten Fachkräfte. 

Es besteht bis heute keine medizinische Möglichkeit, Autismus-Spektrum-Störungen zu heilen. Es gibt allerdings verschiedene international erprobte Therapiekonzepte, um die Entwicklung des Kindes zu verbessern und eine bestmögliche Teilhabe in allen Lebensbereichen zu erreichen. 

 

Für wen richtet sich autismusspezifische Frühförderung?

Das Angebot der autismusspezifischen Frühförderung richtet sich an Klein- und Vorschulkinder mit

  • gesicherter Diagnose Autismusspektrumstörung
  • oder solche mit Verdachtsdiagnose Autismusspektrumstörung.

Die Förderung ist bereits ab 2 Jahren möglich.

Was ist ein Autismusspektrum?

Autismus ist eine angeborene Entwicklungsstörung im Gehirn, die unterschiedlich ausgeprägt sein kann.  Die genauen Ursachen von Autismus sind noch nicht geklärt. Es sind jedoch einige Faktoren bekannt, die das Risiko für eine Autismus-Spektrum-Störung erhöhen können (

Kennzeichnend für Autismus sind drei Kernmerkmale:

  • Probleme im sozialen Miteinander
  • Schwierigkeiten mit Kommunikation und Sprache
  • sich wiederholende (stereotype) Verhaltensmuster

Fachleute haben Autismus lange Zeit in verschiedene Formen eingeteilt: in frühkindlichen Autismus, Asperger-Autismus und atypischen Autismus. Da sich diese jedoch nicht immer klar voneinander abgrenzen lassen, wird zunehmend nur noch von der Autismus-Spektrum-Störung (ASS) gesprochen. 

 

 

Mit welchen Methoden und Konzepten arbeiten wir in der autismusspezfischen Frühförderung?

Unsere Förderung setzt individuell an den in der Förderdiagnostik erhobenen Fähigkeiten des Kindes und Zielsetzungen der Eltern und Bezugspersonen an. Dabei setzen wir bestmöglich die aktuellen Förder- und Therapieempfehlungen der Behandlungsleitlinie (AWMF S3-Leitlinie Autismus-Spektrum-Störung, 2021) und die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse um.

Konkret arbeiten wir mit folgenden Methoden und Konzepten:

  • PECS (Picture Exchange Communication System)
  • Pyramid Approach to Education (PAE)  
  • TEACCH-Ansatz (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children)
  • Beratung von Sorgeberechtigten, Kindertagesstätten, Interessierten aus dem Umfeld
  • Social Stories, Skalen-Barometer, Ampelsystem
  • Theory of Mind-Training
  • Video-Modeling
  • Übungen zur Augen-Hand-Koordination
  • Positive Verhaltensunterstützung
  • soziales Kompetenztraining
  • Beziehungsarbeit
  • Heidelberger Elterntraining TASK

 

Wie läuft unsere autismusspezifische Frühförderung ab?

Die autismusspezifische Frühförderung unterliegt demselben Procedere, wie eine reguläre Frühförderung:

Um die Förderung starten zu können benötigt ihr Kind eine gesicherte Diagnose „Autismus-Spektrum-Störung“ bzw. einen entsprechenden Verdacht. Außerdem bedarf es einer Überweisung des Kinderarztes bzw. der Kinderärztin für die Frühförderung. 

Ihr Kind durchläuft zunächst in unserer Frühförderstelle eine umfangreiche Förderdiagnostik mithilfe eines speziell für autistische Kinder entwickelten und erprobten Verfahrens. Aus dieser ergeben sich dann die für ihr Kind wichtigsten und relevantesten Förderbereiche. Gemeinsam mit ihnen werden die Förderziele besprochen und ein individueller Förder- und Behandlungsplan für Ihr Kind erstellt.

Gemeinsam mit Ihnen beantragen wir beim zuständigen Sozialamt die Kostenübernahme. Wenn die Bewilligung erfolgt ist, erhält ihr Kind zwei Stunden individuelle, autismusspezifische Frühförderung pro Woche. Wir arbeiten nach anerkannten, bewährten Methoden und Ansätzen.

Diese erfolgt je nach den aktuellen Ausgangsbedingungen ihres Kindes möglichst im Einzel- und Gruppensetting. Denn die aktuelle wissenschaftliche Forschung zeigt, dass angeleitete Interaktionen mit Gleichaltrigen für autistische Kinder ein besonders wichtiger Bestandteil der Therapie ist. Erst so kann eine Verallgemeinerung der während der spezifischen verhaltensbasierten Interventionen erlernten Fertigkeiten im Alltag der Kinder und in den täglichen Routinen erreicht werden. Ebenso scheinen sich dann auch typische autistische Verhaltensweisen zu verringern.

Zudem gibt es wissenschaftliche Hinweise, dass der Einbezug der Eltern in die Förderung von großer Bedeutung ist. Idealerweise sollten Eltern zu Ko-Therapeuten ausgebildet werden und die Techniken und Methoden der Förderung beherrschen.  

Der regelmäßige Austausch sowie die direkte Teilnahme der Eltern und möglichst auch der beteiligten Fachkräfte an der Fördereinheiten, ermöglicht es die in der Förderung erarbeiteten Fähigkeiten in das häusliche Umfeld zu übertragen.  Ziel ist, dass ihr Kind besser verstanden wird und alle Beteiligten die Fördermethoden erlernen, um das Kind optimal zu unterstützen und auch im Alltag Entlastung zu erfahren.

Die autismusspezifische Förderung unterstützt die gesamte Entwicklung Ihres Kindes, besonders in den Bereichen Mobilität, Konflikt- und Krisenbewältigung, Ausbau der individuellen Handlungskompetenzen sowie Spielverhalten und Wahrnehmung. Das kann u.a. durch eine regelmäßige Tagesstruktur erfolgen, die Sicherheit gibt.

Ziel ist es, eine höchstmögliche inklusive Teilhabe in allen Lebensbereichen zu erreichen. 

 


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